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MEDOW: Superstromnetz soll Offshore-Windstrom in ganz Europa verteilen

20.01.15

Ein europaweites Superstromnetz soll ab 2017 Windenergie vom Meer in die Mitgliedstaaten transportieren. Das EU-finanzierte MEDOW-Projekt (Multi-terminal DC grid for offshore wind), das noch bis März 2017 läuft, ist ein Ausbildungsprojekt zur Entwicklung eines effizienten Gleichstromnetzes für Offshore-Windstrom. Insgesamt sind elf Institute (5 Universitäten und 6 Industriepartner) beteiligt. Die EU fördert das Projekt mit 3,9 Millionen Euro aus dem RP7-Programm. Im Gegensatz zu einzelnen Punkt-zu-Punkt Verbindungen soll das europaweite Gleichstromnetz die Zuverlässigkeit erhöhen und dazu beitragen, Stromangebot- und -nachfrage auszugleichen. Dies soll zu einer erhebklichen Kostensenkung führen.

Ein innovatives Gleichstromnetz soll der Mittelpunkt des geplanten Supernetzes sein. Das 2013 auf den Weg gebrachte MEDOW-Projekt wird die operationellen Fragestellungen wie etwa Gleichstromleistungsfluss, Relaisschutz für Gleichstrom und dynamische Stabilität untersuchen. Auch Gleichstromnetze für die Übertragung von Strom aus Offshore-Windkraftanlagen und die Verbindung mit Wechselstromnetzen an Land wird man untersuchen. Verschiedene Simulationsplattformen und experimentelle Prüfstände werden ebenfalls im Projekt eingesetzt.

Die Forscher sind zuversichtlich, dass ein Potenzial besteht. In den vergangenen 17 Jahren ist der Windenergiesektor der EU im Durchschnitt 15,6 % pro Jahr gewachsen. Ende 2014 betrug Deutschlands Offshore-Windkapazität 2,35 GW. Die Europäische Umweltagentur (EEA) geht davon aus, dass die Windkraftkapazität Europas bis 2020 drei Mal größer sein könnte als die erwartete Stromnachfrage und bis 2030 sogar um den Faktor sieben wachsen kann.

Zur Originalquelle (EU-Kommission, Dezember 2014)