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Diskussion um Gleichstromtrassen - N-ERGIE: Risiko eines Oligopols der ÜNB

09.01.15

Die N-ERGIE AG, eines der zehn größten Stromversorgungsunternehmen Deutschlands, fordert eine objektive Prüfung aller Kriterien und Optionen für den Netzausbau. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs (HGÜ)- Leitungen können große Mengen Strom mit minimalen Verlusten über große Strecken transportieren. Sie bergen aber nach Meinung des N-ERGIE-Vorstandsvorsitzenden Josef Hasler das Risiko eines Oligopols auf Seiten der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB). Außerdem komme die europäische Perspektive in der Planung zu kurz.

„Aktuell entsteht der Eindruck, Gleichstromtrassen seien die einzige Möglichkeit, Versorgungssicherheit zu gewährleisten", so Hasler. "Die Energiewende beinhaltet viel mehr Aspekte und die Energieversorgung so viel mehr technologische Optionen: Gaskraftwerke, KWK, Energieeffizienz und nicht zuletzt Speicher und Dezentralität.“ Gerade Gaskraftwerke, die im Vergleich zu Stein- und Braunkohlekraftwerken deutlich effizienter und umweltschonender produzieren, sollten wieder mehr an Bedeutung gewinnen.

Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK) könnten – sofern ihnen eine größere Bedeutung anerkannt wird – einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. „KWK ist die effizienteste Form der konventionellen Stromerzeugung. Eine Förderung der KWK-Erzeugungsanlagen und der weitere Ausbau ist im Sinne der Energieeffizienz und der Netzstabilität deshalb unumgänglich.“ Der fortschreitende Aufbau einer dezentralen Erzeugungsstruktur, die Entwicklung von Speichern sowie die zunehmende Effizienz bei der Energieerzeugung und -nutzung müssen unbedingt bei der Entwicklung einer Netzplanung berücksichtigt werden – auch wenn eine Einschätzung teilweise noch schwer vorherzusehen ist.

Hasler ist sich sicher, dass die Entscheidung für die Gleichstromtrassen nochmals intensiv und sachlich geprüft werden müsste: „Gleichstromtrassen lösen nicht das Problem der fluktuierenden Erzeugung bei den Erneuerbaren. Auch die europäische Perspektive kommt in der Planung zu kurz. Wir brauchen eine Lösung, die sowohl technisch als auch volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Die geplanten Gleichstromleitungen bergen aus meiner Sicht dagegen das Risiko eines Oligopols auf Seiten der Übertragungsnetzbetreiber.“

Zur Originalquelle (N-ERGIE, Januar 2015)